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Mittwoch, 10. Mai 2023

Die Kapelle und der Cache


Diese Mystery Cache hat mir ein paar graue Haare eingebracht. Dabei war das Rätsel eigentlich ganz einfach – drei Quadrate mit jeweils 16 Felder, in einem Quadrat mit den Zahlen von 1 - 16, im nächsten einzelne Ziffern und zwei Felder mit einem „X“ und im dritten einzelne Buchstaben und Leerzeichen.

Gleich der erste Versuch führte zur Lösung. Man nehme die Zeichen aus dem 2. bzw. 3. Quadrat und schreibe sie in jeweils eine Zeile an die Position, die im entsprechenden Feld des ersten Quadrats steht. Das Ergebnis sind die Koordinaten des Ziels und sein Name.

Ein paar Tage später war es dann soweit und ich konnte mit der Suche beginnen. Das Ziel war schnell erreicht. Vor Ort fand ich eine kleine Kapelle und viele Steine. Die Suche konnte beginnen. Aber so sehr ich mich auch anstrengte – ich konnte die „Dose“ einfach nicht finden und gab schließlich auf.

Die vergebliche Suche ließ mir allerdings keine Ruhe und immer wieder las ich die Beschreibung des Caches. Irgendwann fiel mein Blick auf die Cache-Größe. Ich konnte mich nicht an viele „Large“ Caches erinnern. Meistens findet man ja „Small“ Caches oder noch kleinere Container. Ich sah in meiner Statistik nach und tatsächlich waren da nur sehr wenige „Large“ verzeichnet – weniger als ein halbes Prozent. Das erschien mir wirklich sehr wenig. Aber was ist eigentlich „Large“? In den Definitionen konnte ich dann lesen, dass ein „Large“ ein Volumen von 20 Litern oder mehr hat, und in Gedanken kehrte ich an den Ort des Caches zurück. Ich hatte eher etwas in der Größe eine Munitionskiste erwartet, aber das ist nur ein „Medium“ oder „Regular“. Aber wo konnte man da einen so großen Cache verstecken.

Gar nicht. Da war einfach kein Steinhaufen gewesen, unter dem man einen so großen Behälter verstecken kann. Immerhin sind 20 Liter wirklich sehr viel. Ein ganz normaler Wassereimer fasst gerade mal 10 Liter.

Der Hint im Listing machte mich etwas stutzig – „Das ist ein Large. Suche keinen Micro weder innen noch außen.“ Was heißt hier weder innen noch außen? Oder liegt die Betonung doch eher auf „kein Micro“? Und warum der Hinweis im Checker, dass man keine Trackables hinterlassen soll? Warum keine Trackables?

Ein Foto im Checker gab dann den entscheidenden Hinweis. Es zeigte eine einfachen A5 Kladde und daneben dieselbe Kladde mit der Aufschrift „Logbuch“. Und plötzlich schien alles klar.

Am nächsten Morgen machte ich mich erneut auf den Weg. Der führte mich direkt in die kleine Kapelle am Zielort. Drinnen fand ich tatsächlich eine Kladde wie auf dem Foto im Checker. Die „Dose“ stand die ganze Zeit offen vor meinen Augen, aber ich habe sie einfach nur für eine ganz normale, kleine Kapelle gehalten.

Die Größe des Containers ist vielleicht etwas besonderes, so einen großen Container habe ich noch nie gesehen, aber wirklich besonders war das Logbuch. In wie vielen Logbüchern findet man einfach nur Einträge wie „29.02.1900 Kilroy was here“ oder einfach nur Stempel. Das war hier anders. Fast alle Cacher haben sich mit dem Ort angemessenen Einträgen verewigt, in denen sie ihrer Lieben gedachten. Ein paar dieser phantasielosen Stempel-Logger gab es aber, leider, auch.

In diesem Fall darf ich mich nicht nur beim Owner für das Verstecken und Hinführen bedanken, sondern auch bei den Findern dieses Caches.


TFTC

Montag, 20. September 2021

Abenteuer Geocaching

Ich muss mal wieder über das Abenteuer Geocaching berichten. Wieder einmal geht es um die Lösung eines Mysteries und ich möchte versuchen, so wenig wie möglich darüber verraten, um welchen Cache es in diesem Fall geht.

Wie bei jedem Mystery Cache beginnt auch hier alles mit dem Rätsel. Das war in diesem Fall ganz einfach. Gehe an eine genau bezeichnete Stelle und finde dort zwei Wörter. Berechnen den Buchstabenwert der Wörter und daraus, anhand einer vorgegebenen Formel, die Zielkoordinaten. Man kann einfach an den angegebenen Ort fahren und nachsehen, oder man versucht es erst einmal mit Googles Street View. In beiden Fällen kommt auch der Anfänger schnell auf die gesuchten Koordinaten.

So ist es jedenfalls meistens. In diesem Fall ist es jedoch ganz anders. An den errechneten Koordinaten angekommen, war da – nichts. Jedenfalls nichts, was nach einem Cache aussah. Es gab zwar einige verdächtige Steinhaufen, aber darunter war nicht die erhoffte Dose.

Also noch einmal alles richtig lesen. Der Hint sprach von einem Schatten. Aber Mittags ist an den ermittelten Koordinaten mit Schatten nicht viel anzufangen. Der reichte nicht einmal ansatzweise über den Wegrand hinaus. Aber da steht ja noch mehr. Der Owner hat ganz genau beschrieben, an welchem Tag und um welche Uhrzeit (auf die Sekunde genau), er den Cache versteckt hat und wie groß er selber ist.

Daraus sollte man eigentlich genau berechnen können, wo der Cache sich befindet. Aber nicht, wenn man auf einem unbequemen Stein sitzt und als einziges Hilfsmittel nur ein Smartphone ohne Netz und vielleicht eine kleine staubige Fläche als Zeichenbrett hat. Andere können das vielleicht, aber ich nicht. Immerhin hatte ich eine ungefähre Vorstellung, in welche Richtung der Schatten ungefähr zeigen müsste.

Fast planlos suchte ich also erst einmal die verdächtigte Gegend ab. Leider ohne Erfolg. Und irgendwann ging es anscheinend nicht mehr weiter. Und der Schatten hätte da schon ziemlich lang sein müssen. Auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt ließ ich meinen Blick etwas weiter schweifen, aber wieder ohne Erfolg.

Also noch einmal ALLES richtig lesen. Und außer dem Hint und der Beschreibung gibt es ja auch noch einen Namen. Und der Name ist „inter maro kaj tero“. (Nein, das ist natürlich nicht der Name. Es ist nur eine Übersetzung.)

Jedenfalls schloss ich aus dem Namen, dass sich der Cache irgendwo zwischen „maro“ und „tero“ befinden muss. Und das schränkte die Möglichkeiten ausreichend ein.

Falls ein Cache-Owner glaubt, seinen Cache wiederzuerkennen, und glaubt, dass ich zu viel verraten habe, kann er sich gerne bei mir melden und Änderungen vorschlagen.

Donnerstag, 27. April 2017

Stunde der Wahrheit

Im letzten Bericht in diesem Blog habe ich darüber geschrieben, wie man einen Mystery-Cache auch dann noch lösen kann, wenn man die dafür eigentlich erforderlichen Daten nicht greifbar hat. Der letzte Stand dabei war, das der Geo-Checker mein Ergebnis akzeptiert und mir die genauen Koordinaten verraten hat. Heute habe ich meine Lösung in der Praxis überprüfen können.

Das Ziel war leicht zu erreichen, was auch kein Wunder ist, wenn es sogar auf Street View zu sehen ist. Die Suche nach der Dose war jedoch schwieriger als ich erwartet hatte. Ganz unschuldig war ich daran nicht. Die Cache-Beschreibung habe ich vor ein paar Monaten, als ich das Rätsel gelöst habe, gelesen. Und dabei habe ich die Hinweise für den Praxis-Teil nicht wirklich beachtet.

tf17-0118Ich fing also mit der Suche so an, wie man es gewöhnlich macht. Also erst einmal möglichst dicht an die Koordinaten der Lösung heran und dann alle Ritzen und Spalten untersuchen. Irgendwann wurde ich dann auch fündig – mehr als 10m von den Lösungskoordinaten entfernt. Außerdem sah dieser „Schatz“ gar nicht wie ein Cache aus. In eine Mauerspalte steckten hinter einem Stein und einem Papiertaschentuch ein paar geschliffene Steine und etwas für mich undefinierbares aus Metall, aber es fehlte ein Log-Buch. Da hat wohl wirklich jemand einen Schatz versteckt.

An einer anderen Stelle hing eine Kordel aus einer Spalte heraus. Aber auch das war eine kalte Spur. Am Ende der Kordel hing nur ein Preisschild.

Also doch der Griff zum letzten Strohhalm oder in diesem Fall der Cache-Beschreibung. Da fand ich die folgenden Hinweise

  1. Bitte Schwierigkeit und Attribute beachten.
    Das war keine große Hilfe, denn mein Garmin zeigt die Attribute nicht an.
  2. Kinder neigen dazu, alles (z.B. Mauerwerk) auseinander zu nehmen.
    Zu spät. Habe ich schon gemacht.
  3. Der Cache ist nicht versteckt aber gut getarnt.
    Also nichts anfassen und nur alles sehr genau ansehen. Hat vorgestern im Wald auch prima funktioniert.
  4. Der Cache ist vom Rollstuhl aus erreichbar.
    Das sollte die Möglichkeiten etwas einschränken. Wie hoch kann man greifen, wenn man im Rollstuhl sitzt?
  5. Der Cache ist „Peterthelong“ gewidmet.
    Dazu fiel mir nichts ein. Also erst einmal ignorieren.
  6. Apostel Petrus; der Spitzname, den Jesus ihm gab.
    Welchen Spitznamen? Mit fiel nur der Satz „Du bist der Fels, auf den ich meine Kirche bauen will“ ein. Ein Hinweis mehr auf ein Versteck weiter unten(?)

Nach einer weiteren längeren Suche stand fest, dass es kein Versteck gab, das alle Hinweise, die ich berücksichtigt hatte, erfüllt. Also zurück auf Start.

Ich entschied mich, alle Hinweise außer einem zu ignorieren – der Cache ist deutlich sichtbar aber gut getarnt. Und plötzlich fiel mir ein, dass ich einmal einen Container gesehen habe, der wie ein Stein aussah. Wo würde ich so einen Container verstecken, so dass er gut sichtbar ist, aber nicht zufällig gefunden wird.

tf17-0119Und dann war alles plötzlich ganz einfach. Mit fielen sofort zwei Stellen  auf, die infrage kamen. Und eine davon war sogar in der Nähe der Ziel-Koordinaten. Ich musste mich zwar etwas strecken, um den Mauersims abzutasten, aber dann hatte ich den Plastikstein auch schon in der Hand.

Stellt sich nur noch die Frage, wie die von mir ignorierten Hinweise ins Bild passen.

Wie ich später beim Loggen im Internet sah, behaupten die Attribute, dass der Cache für Kinder und Rolli-Fahrer nicht geeignet ist. Letzteres passt zu der Stelle, an der ich den Cache gefunden habe, aber nicht zur Aussage in der Cache-Beschreibung. Wenn sich allerdings ein Kind in einen Rollstuhl stellt, dann könnte es vielleicht an den Container heran kommen. Wenn dabei der Rollstuhl seinem Namen allerdings Ehre macht und das Kind dabei unglücklich stürzt, besteht die Gefahr, dass das Kind dann nur noch… Also bitte nicht versuchen!

Einen Cache in knapp 2m Höhe einem „Langen Peter“ zu widmen macht durchaus Sinn.

Und der Spitzname? Petrus (bzw. Petros) ist griechisch und bedeutet Stein oder Fels. Und Petrus ist der Spitzname, den Jesus für diesen Apostel verwendet hat. Mit bürgerlichem Namen hieß dieser Typ nämlich eigentlich Simon. Das hätte ich eigentlich wissen müssen, aber das hätte mir auch nicht geholfen.

Bleibt mir nur noch zu verraten, um welchen Cache es sich überhaupt handelt. Da es sich jedoch um einen Mystery Cache handelt, will ich den Namen oder die ID hier nicht nennen. Nur zwei Hinweise – der Cache befindet sich auf Teneriffa und ein Bild sagt mehr als 1000 Worte (es kann auch ein paar Zahlen verraten).